Schluckstörungen-Dysphagie
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Essen wird gefährlich
Bei Dysphagie handelt es sich um Schluckstörungen bzw. Schluckbeschwerden,
von denen Menschen jeden Alters betroffen sein können, meist jedoch
Ältere. Von leichten Beschwerden bis zur völligen Unfähigkeit zu schlucken
können verschiedene Schweregrade auftreten. Leider werden Schluckstörungen
oft nicht erkannt. Das birgt Gefahren, denn wenn der Schluckreflex gestört
ist und kein Hustenreflex einsetzt, können Essen und Trinken
lebensgefährlich werden.
Ein Teufelskreis
Eine Aspiration (Eindringen) von Nahrung, Flüssigkeit oder Speichel in die
Atemwege kann eine Lungenentzündung oder Brustrauminfektion zur Folge
haben, die letztlich den Tod bedeuten können. Die Todesursache
Lungenentzündung ist sehr oft auf Dysphagie zurückzuführen. Den Essvorgang
begleitendes Husten, Räuspern, Würgen oder Sabbern führen dazu, dass der
Betroffene nur noch wenig oder überhaupt nichts essen mag. Dieses
Verhalten mündet in einen Teufelskreis aus kontinuierlichem
Gewichtsverlust, Mangelernährung, Dehydration (Austrocknung) und
verminderter Lebensqualität. Die mangelhafte Ernährung schwächt das
Immunsystem, wodurch sich die altersbedingte Infektanfälligkeit wesentlich
verstärkt. Als Folge verschlechtert sich der Allgemeinzustand und
Krankheiten treten gehäuft auf.
Unterschiedliche Konsistenzen sind schwer kontrollierbar
Hilfe bei Dysphagie können geschmacksneutrale Andickungsmittel (spezielle
diätetische Lebensmittel) bringen. Mit deren Hilfe können Schluckgestörte
schnell und einfach kalte und heiße Getränke sowie Speisen in die
gewünschte Konsistenz bringen, was das Schlucken erleichtert. Durch
Pürieren der Nahrung erreicht man eine homogene, breiige Kost für ein
risikoarmes Schlucken. Als Speisen eignen sich beispielsweise Kartoffeln
und Karotten eher, als faseriges Gemüse wie Lauch, Spargel oder
Hülsenfrüchte.
Nudelsuppe ist völlig ungeeignet, da zwei unterschiedliche Konsistenzen
schwer im Mundraum kontrollierbar sind. Eine angedickte Cremesuppe ist zu
bevorzugen. Es ist auch empfehlenswert, die Mahlzeiten mit einem sauren
Geschmackszusatz, wie etwa Zitrone, zu servieren, um den
Schluckmechanismus auszulösen. Zum Training und Erhalt des Schluckreflexes
sind ergotherapeutische und logopädische Maßnahmen oftmals dringend
notwendig.
Natürliche Nahrungsaufnahme anstreben
So lange wie möglich ist eine natürliche Nahrungsaufnahme mit Hilfe von
Trink- und Esshilfen (Schnabelbecher, Schiebelöffel) erstrebenswert und
mit diätetischen Maßnahmen wie Andickungsmitteln, Energiekonzentraten und
Trinknahrung zu optimieren. Hochkalorische Trink- und Sondennahrung kann
zudem einer Mangelernährung vorbeugen. Falls Schlucken gar nicht mehr
möglich ist, ist die Ernährung über eine Sonde erforderlich. |
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