In der Neurologie werden die Erkrankungen des Nervensystems
behandelt. Die Grenze zur Psychiatrie ist teilweise fließend. In Deutschland
ist die Neurologie als ein Teilgebiet aus der Inneren Medizin hervorgegangen.
Die Organsysteme, die in der Neurologie Berücksichtigung finden, sind: das
Zentralnervensystem, also Gehirn und Rückenmark und deren Umgebungsstrukturen
und blutversorgende Gefäße; das periphere Nervensystem, das heißt die Nerven
in ihrem Verlauf außerhalb des Wirbelkanals einschließlich der
Verbindungsstrukturen mit Muskeln und die Skelettmuskulatur.
| klinische Methode in der Neurologie
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Die Neurologie gilt als ein kompliziertes medizinisches
Fachgebiet. Die Hürden für das Verständnis neurologischer Erkrankungen sind
nicht nur bei Laien, sondern auch für Medizinstudenten und Ärzte hoch, weil
die Einsicht in die Funktionsweise des Nervensystems in besonderer Weise
geschult werden muss. Der Zugang zur Neurologie wird durch die Tatsache
erschwert, dass es hier eine große Zahl seltener Erkrankungen gibt. Zudem sind
viele Lehrbücher auf eine für den Anfänger verwirrende Art strukturiert. Ein
einleitendes Kapitel in dieses Fachgebiet an dieser Stelle kann daher nicht
besser oder einfacher sein, als die traditionellen Zugangswege zu dieser
Wissenschaft.
Definitionen
Vorweg eine Erläuterung einiger Begriffe, die im
Nachfolgenden wiederholt verwendet werden.
Als klinische Symptome bezeichnet man die Beschwerden, die von den Patienten
bemerkt werden und diesen zum Arzt führen: Schmerzen, Übelkeit, Schwäche etc.
Als klinische Zeichen bezeichnet man Veränderungen, die die Patienten in der
Regel nicht bemerken, die aber vom Arzt durch eine körperliche Untersuchung
festgestellt werden können (beispielsweise ein Nystagmus).
Ein Syndrom ist eine Gruppe von gleichzeitig auftretenden Krankheitszeichen.
Mit dem Begriff klinisches Spektrum bezeichnet man die Summe all der Symptome
und Zeichen, die ein Patient mit einer bestimmten Erkrankung bekommen kann,
aber nicht bekommen muss und die im ursächlichen Zusammenhang mit der
Erkrankung stehen.
Betrachtet man eine Krankheit in erster Linie unter dem Aspekt der klinischen
Medizin so ist sie durch ihre Kardinalsymptome definiert.
Als diagnostische Kriterien oder pathognomonische Kriterien für eine Krankheit
bezeichnet man die Kombination der Symptome und Zeichen, bei deren Vorliegen
die Diagnose dieser Erkrankung gestellt werden darf.
Als Diagnose bezeichnet man das Verfahren der Erkennung und den Prozess der
richtigen Benennung einer Krankheit.
Als Differentialdiagnose bezeichnet man die Auflistung ähnlicher
Krankheitsbilder, das Auffinden von Alternativen zu einer vermuteten Diagnose
und das Verfahren, unter der Auswahl aller möglichen Diagnosen die einzig
richtige zu finden.